Beeindruckende Zahlen bei Mitgliederversammlung der Tafel
„Das ist schon ´ne Hausnummer“
Die Zahlen sind beeindruckend und erschreckend zugleich. Einerseits spiegeln sie die Leistungsfähigkeit der Tafel Gronau wider, andererseits aber auch die Notwendigkeit dieses Angebotes für bedürftige Menschen: Erstmals wurde im September 2025 die Zahl von 3000 Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern erreicht, die in einem Monat von der Tafel versorgt wurden. „Und seitdem wird diese Zahl jeden Monat erreicht, manchmal haben wir sogar bis zu 3400 Kunden“, so Vorsitzender Manfred Lenz während der Mitgliederversammlung, die jetzt im „Café Grenzenlos“ stattfand. Rund 762 Tonnen Lebensmittel wurden dafür letztes Jahr von den rund 100 ehrenamtlichen Mitarbeitern eingesammelt — also mehr als 60 Tonnen pro Monat. „Das ist schon ´ne Hausnummer“, so Lenz angesichts dieser Zahlen.
Vor rund 40 Mitgliedern und Gästen, darunter Schirmherrin Gertrud Stenau (Theo und Gertrud Stenau Stiftung) ging der Vorsitzende in seinem Tätigkeitsbericht auf zahlreiche organisatorische Veränderungen im Tafel-Alltag, auf besondere Ereignisse und Herausforderungen im Jahresverlauf, aber auch auf Neuanschaffungen und erfolgreich durchgeführte Aktionen ein. Beispielhaft nannte er die Umstellung auf wöchentliche Lebensmittelausgaben, weitere Digitalisierungs-Schritte und die Durchführung besonderer Ausgabetermine. So habe es 2025 mit Unterstützung von Spendern erstmals eine erfolgreiche Erntedank-Ausgabe gegeben. Und auch bei mehreren Ausgaben vor Weihnachten sei es gelungen, mit Spielzeug, Kleidung, Schuhen, Büchern, haltbaren Lebensmitteln, Geschenk-Paketen und zusätzlichen Mitteln der Stenau-Stiftung vielen Menschen eine besondere Unterstützung zuteil werden zu lassen. Auch den gut angenommenen „Tag der offenen Tür“ im September nannte Lenz „einen vollen Erfolg“, zumal am Tag selbst und im Nachlauf mehrere (teils größere) Spenden für die Tafel zusammen gekommen seien.
Für das engagierte Team der Einrichtung gab es 2025 insgesamt vier interne Veranstaltungen, die als teambildende Maßnahmen aus eigens dafür eingegangenen Spenden finanziert wurden.
Dass die Zahl der Tafel-Nutzer vor Ort auch künftig nicht sinken wird, belegte Lenz mit den Neuanmeldungen: 499 im Jahr 2024 stehen 497 in 2025 gegenüber. „Und in den ersten Monaten 2026 hatten wir bereits 70 Neuanmeldungen“, so Lenz. Die Versorgung der Besucher durch die Tafel sieht er aktuell gesichert: Zwischen fünf und neun Kilo Lebensmittel pro erwachsenem Kunden werden nach seinen Worten wöchentlich ausgegeben. Zum Vergleich: Bei einem Treffen der Tafeln auf NRW-Ebene sei von anderen Tafeln deutlich gemacht worden, dass sie die gleiche Menge nur alle 14 Tage und dann jeweils pro Familie bereitstellen können.
Ludger Dinkelborg präsentierte der Versammlung den Kassenbericht, der unter Berücksichtigung von Einnahmen und Ausgaben ein positives Betriebsergebnis und damit einen Überschuss ausweist. „Das ist aber auch sinnvoll“, so Dinkelborg, der auf den mit fünf Fahrzeugen vergleichsweise großen Fuhrpark und die umfangreiche Betriebsausstattung des Gebäudes an der Zollstraße verwies. „Beides unterliegt dem Verschleiß, muß also unterhalten und bei Bedarf neu angeschafft werden“, machte er deutlich. Die Kassenprüfer Kurt Rehbein und Mechthild Große-Dütting bescheinigten eine Kassenführung ohne Beanstandungen, woraufhin die Versammlung den Vorstand entlastete.
Bei den folgenden Wahlen wurde Vorsitzender Manfred Lenz einstimmig im Amt bestätigt. Bei der Wahl des stellvertretenden Vorsitzenden setzte sich Sonja Jürgens gegen den ebenfalls kandidierenden Andrew Nickisch durch. Kassierer Ludger Dinkelborg, Schriftführer Konrad Rost und die Beisitzer Georg Adamla, Mike Bollacke, Dr. Dietmar Breer, Ralf Rosowski und Klaus Wiedau wurden einstimmig in ihren Ämtern bestätigt.
Für sein mehr als 20-jähriges Engagement — sowohl in der Alltagsarbeit als auch im Vorstand der Tafel — wurde im Rahmen der Versammlung Karl-Heinz Hoffmann-Hansen gedankt. Er trat nicht erneut zur Vorstandswahl an und wurde vom Vorsitzenden mit einem Geschenk bedacht. Lenz: „Du hast Dich bis zuletzt für die Tafel engagiert, hast trotz Deines Alters noch regelmäßig Lebensmittelkisten zu Bedürftigen gebracht — dafür danken sie und wir Dir herzlich.“
Mit Blick in die Zukunft wies Lenz daraufhin, dass die Tafel Gronau im Jahr 2028 ihr 25-jähriges Bestehen begehen kann. Das soll, so der Vorsitzende, mit einem Festakt und einem Tag der offenen Tür am 22. April 2028 gefeiert werden. Lenz mit einem Augenzwinkern: „Notieren Sie schon mal den Termin und nehmen Sie sich für diesen Tag nichts anderes vor …



